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Mittwoch, 29. Oktober 2014

Doppel hält besser

Den Wecker stell ich mir auf 5.30 Uhr! So kann ich ein paar mal auf die Snooze taste drücken und mussn nicht gleich aufstehen! 6 Uhr Frühstücken und dann spätestens um 7 Uhr losfahren. 5 Stunden Fahrt bedeutet ankommen zur Mittagszeit und somit noch genug Zeit zum Kiten. Mit diesem Masterplan geh ich schlafen. 
Trotzdem schaff ich es nicht um 5 Uhr aufzustehen und drücke circa 20 mal die "Noch5Minutenmami"Taste um dann endlich gegen 8 Uhr aus dem Bett zu kommen. Mit einem offenen Auge Kaffee gekocht und mit dem geschlossenem Geschirr gewaschen, sitze ich dann eine halbe Stunde später vor dem Steuer. 
Time: 0830
Kilometer: ca. 470
Nichts ahnend und mit voller Kraft voraus gehts dann raus aus Portugal, über Sevilla nach Tarifa. Doch mein Caravan hatte anscheinden Selbstmordgedanken, sonst hätte er sich nicht nach 200km selber erschossen. Zumindest hörte es sich so an.  Kreuzgelenk der KArdanwelle gebrochen. Nein, ich habe keine Mechanikerausbildung um das wissen, sondern das Auto macht die selben spackungen wie im August. Das Problem hatte ich schon mal. Nur in Österreich bin ich noch 50 Kilometer weit gekommen. Heute waren es noch 300. Geht schon und Gaspedal voll durchgedrückt, um vielleicht mit dem Ausrollen noch nach Tarifa zu kommen. Exakt 60 Sekunden später feuerte der Caravan erneut eine Kugel in seinen Körper. Ausrollen und Standstreifen. Voller Aggressivität boxte ich noch ein paar mal den toten Wohnwagen um ihn wieder aufzuwecken. Kann doch nicht sein, dass er ausgerechnet jetzt, an meinem freien Tag, an dem ich EXTRA FRÜH aufgestanden bin, sich jetzt auf der Autobahn schlafen legt. 300 Kilometer also noch. Sollte ich meinen Freund im Stich lassen? Einfach Surferzeug in den Rucksack und loslaufen. Nein, echte Freunde stehen zusammen sogar bis in den Tod und so wähle ich die Nummer des Rettungswagen. ADAC Plusmitgliedschaft. Immer wieder zu empfehlen. Vor allem dann, wenn der Mitarbeiter am anderen Ende des Hörers meint, das es ein paar Stunden dauern kann aufgrund Auslastung und vieler Aufträge. Dank meines Geschrei konnte er dann doch entnehmen das es hier um Leben und Tod gehe - immerhin stehe ich hier MITTEN auf der Autobahn. "Ach mitten auf der Autobahn, dass ist dann natürlich was anderes". 
MAximal eine Stunde warten also. Sonne war da, Meer nicht, Meeresrauschen nur wenn man übergutes Gehör hat oder man das Autorauschen in Meer umwandelt. Also den Campingstuhl gepackt und mich mit meinem noch warmen Kaffee in die Sonne gehockt.  - -


Fast 2h später stand dann der Abschleppmensch da und lies sich nicht von der Meinung abbringen das die nächste Verstragswerkstatt 80 km in die Richtung ist, aus der ich kam. Irgendwie konnt ich das eh alles nicht mehr ernst nehmen und nickte nur nach dem Motto: Junge mach einfach is mir eh Wurscht. Er kannte auch nur EINEN Radiosender der nicht so wie alle Radios 50 Minuten Musik und 10 Minuten Werbung hatten, sondern 50 Minuten Werbung und gar keine Musik, eher 10 Minuten undefinierbare Geräusche. 
Wer war schon mal in Spanien? Dazu ein kleines Rätsel: Was ist 4 Stunden lang und beginnt um 13.00 Uhr? Ja, Siesta. Die Diagnose konnte also erst so gegen 17.00 gestellt werden. 
Time: 2000
Kilometer: 380 
Ich fühle mich fast wie bei diesen Würfelspielen, wenn man das falsche Feld erwischt, wieder 10 Felder zurück muss. Naja somit geht es dann schon aus Portugal heraus seiend über Sevilla nach Tarifa. Man mag es kaum glauben, aber dieses mal komme ich wirklich an. Schon 20 Kilometer vorher merke ich, Tarifa ist in der Nähe. Wind. Wind. Wind. Unmenschlich viel Wind. Fast weht es mich von der Straße. Doch dann steh ich da, zwar Nachts und ohne Essen, aber alleine die Meerluft macht alles vergessen was über den ganzen Tag passiert ist. Schlafen gestaltet sich schwieriger als gedacht, denn orkanartige Windböen schleudern mich durch den kompletten Wohnwagen. Der Ausblick am nächsten Morgen ist von einer anderen Welt. 

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